Mietrendite Augsburg 2026 — Stadtteile, Steuer, Realität
Mietrendite Augsburg 2026: Stadtteile, Steuern und reale Renditen
Kurzüberblick: Lage 2026: Kompakter Überblick über die aktuelle Marktlage in Augsburg 2026
Augsburg 2026 zeigt einen stabilisierten Mietmarkt mit deutlichen Mikrostandort-Unterschieden. Die mittlere Bruttomietrendite in der Region liegt bei 3.5 Prozent; Abweichungen nach Stadtteil und Objektzustand betragen typischerweise ±1,5 Prozentpunkte. In innerstädtischen Spitzenlagen werden Bruttomietrenditen von 3 Prozent oder weniger realisiert, in peripheren oder sanierungsbedürftigen Lagen erreichen sie bis zu 5 Prozent.
Konkretes Rechenbeispiel:
- Eigentumswohnung, Kaufpreis 400.000 Euro, Jahreskaltmiete 14.000 Euro → Bruttomietrendite = 14.000 / 400.000 × 100 = 3.5.
- Dasselbe Objekt in weniger gefragtem Stadtteil mit Jahreskaltmiete 20.000 Euro bei gleichem Kaufpreis → Bruttomietrendite = 20.000 / 400.000 × 100 = 5.0.
Marktfaktoren 2026, quantifiziert:
- Leerstandsquote Augsburg gesamt: 1,0 bis 4,0 Prozent je nach Mikrolage. Innenstadt und südliche Kernlagen: 1,0 bis 2,0 %. Randlagen: 3,0 bis 4,0 %.
- Mietwachstum Bestandsmieten: 1,0 bis 2,0 % p.a.; Neubau-Mieten liegen im Durchschnitt 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte unter der Verbraucherpreissteigerung.
- Modernisierungsaufwand: Energetische Maßnahmen verändern kurzfristig die Rendite um 0,5 bis 2,0 Prozentpunkte je nach Umfang.
Orientierungswert: Eine Bruttomietrendite von 3.5 ist ein mittlerer Referenzwert. Anleger müssen Mikrostandort, Objektzustand sowie steuerliche und finanzielle Belastungen in die Renditeplanung einrechnen.
Methodik: Wie die Mietrendite berechnet wird
Bruttomietrendite (einfacher Indikator)
- Formel: Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100.
- Beispiel: 14.000 / 400.000 × 100 = 3.5.
Nettomietrendite (realitätsnäher)
- Formel: Nettomietrendite = (Jahreskaltmiete − laufende Kosten) ÷ (Kaufpreis + Erwerbsnebenkosten) × 100.
- Laufende Kosten: Verwaltung, Versicherungen, Rücklagen, Instandhaltung, Leerstandsverluste. Erwerbsnebenkosten: Grunderwerbsteuer; Notar; Makler.
Konkretes Nettobeispiel (präzise Zahlen):
- Kaufpreis 400.000 Euro.
- Erwerbsnebenkosten: Grunderwerbsteuer Bayern 3,5 % = 14.000 Euro; Notar und Makler zusammen 6,0 % = 24.000 Euro → Gesamtnk = 38.000 Euro.
- Jahreskaltmiete 14.000 Euro.
- Laufende Kosten jährlich: Verwaltung 1,5 % Kaufpreis = 6.000 Euro; Rücklagen/Instandhaltung 1,0 % = 4.000 Euro; Versicherungen/sonst. 0,5 % = 2.000 Euro → Summe = 12.000 Euro.
- Nettomietrendite = (14.000 − 12.000) ÷ (400.000 + 38.000) × 100 = 2.000 ÷ 438.000 × 100 ≈ 0,46 %.
Erläuterung: Die Bruttorendite dient als schneller Vergleichswert. Investitionsentscheidungen sollten auf der Nettomarge basieren, weil diese laufende Aufwendungen und Erwerbsnebenkosten berücksichtigt.
Stadtteile im Vergleich: Gewinner und Verlierer
Renditespektrum 2026 zeigt klare Unterschiede zwischen Kern- und Randlagen. Die folgende Aufzählung nennt typische Bruttospannen und je ein konkretes Rechenbeispiel:
- Innenstadt: 2,5 bis 3,5 %. Beispiel: Kaufpreis 550.000, Jahreskaltmiete 14.000 → Bruttorendite = 14.000 / 550.000 × 100 ≈ 2,55 %.
- Göggingen: 3,0 bis 4,0 %. Beispiel: Reihenhaus Kauf 350.000, Jahreskaltmiete 13.000 → 13.000 / 350.000 × 100 ≈ 3,71 %.
- Pfersee: 3,2 bis 4,2 %. Beispiel: Altbauwohnung Kauf 280.000, Jahreskaltmiete 10.000 → 10.000 / 280.000 × 100 ≈ 3,57 %.
- Lechhausen: 3,5 bis 5,0 %. Beispiel: sanierungsbedürftige Wohnung Kauf 200.000, Jahresmiete 10.000 → 10.000 / 200.000 × 100 = 5,0 %.
- Hochzoll: 3,0 bis 4,5 %. Beispiel: Neubau in Randlage Kauf 320.000, Jahresmiete 12.000 → 12.000 / 320.000 × 100 = 3,75 %.
Höhere Bruttorenditen in Lechhausen oder Hochzoll gehen oft mit höheren Instandhaltungs- und Leerstandskosten einher. Innenstadtobjekte liefern niedrigere Renditen, dafür stabilere Mieterträge. Wertsteigerung durch Modernisierung ist möglich, erhöht aber den Investitionsbedarf und beeinflusst steuerliche Abgrenzungen.
Aufgaben für Anleger:
- Mikrostandortanalyse durchführen: Verkehrsanbindung prüfen, Nahversorgung beurteilen, geplante Neubauprojekte berücksichtigen.
- Objektzustand prüfen: Dokumentation über Instandhaltungsrückstau einsehen, Energieausweis prüfen, erforderliche Sanierungen einschätzen.
- Vergleichsrechnung Brutto vs. Netto erstellen: Erwerbsnebenkosten und laufende Belastungen einbinden.
Steuern für Vermieter: Pflicht und Gestaltungsspielräume
Steuerliche Grundlage: Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung unterliegen den Vorschriften des § 21 EStG. Abzugsfähig sind Werbungskosten nach § 9 EStG; Abschreibungen und die Abgrenzung von Herstellungs- und Erhaltungsaufwand regelt § 7 EStG und die einschlägigen AfA-Vorschriften.
Wesentliche Posten, präzise:
- AfA: Wohngebäude, lineare Abschreibung 2,0 % p.a. (50 Jahre) bei Neubau/Anschaffung; frühere Regelungen mit 3,0 % gelten nur noch in speziellen Altfällen. Abschreibung reduziert den steuerpflichtigen Gewinn, nicht die Liquidität.
- Erhaltungsaufwand vs. Herstellungsaufwand: Erhaltungsaufwand ist sofort nach § 7 EStG abziehbar. Herstellungskosten werden aktiviert und über AfA verteilt, wenn es sich um erhebliche bauliche Maßnahmen handelt.
- Werbungskosten nach § 9 EStG: Schuldzinsen, Verwaltungskosten, Fahrtkosten, Gutachterkosten, Steuerberatung.
Konkretes Steuerbeispiel (präzise Zahlen):
- Jahresüberschuss vor Steuern (Miete − laufende Kosten − Zinsen) = 4.000 Euro.
- AfA jährlich = 8.000 Euro.
- Zu versteuernde Einkünfte = 4.000 − 8.000 = −4.000 Euro → Verlustvortrag möglich; die Verlustverrechnung reduziert die Steuerbelastung in späteren positiven Jahren.
Auswirkung auf Netto-Rendite:
- Liquidität wird primär durch laufende Zahlungen wie Schuldzinsen beeinflusst; steuerliche Abschreibungen vermindern die Steuerlast, verbessern aber nicht die laufende Zahlungsfähigkeit.
- Beispiel: Zu versteuernder Gewinn 6.000 Euro bei Grenzsteuersatz 30 % → Steuerlast 1.800 Euro; der steuerliche Vorteil entspricht 0,45 % eines Kapitals von 400.000 Euro.
Hinweis: Steuerliche Planung ist individuell. Zentrale Referenzen bleiben § 21 EStG, § 9 EStG und § 7 EStG.
Kosten und Risiken: Betrieb, Instandhaltung und Leerstand
Laufende Belastungen sollten konservativ geplant werden. Konkrete Planungswerte (jährlich, bezogen auf Kaufpreis oder Miete):
- Verwaltung und Betrieb: 1,0 bis 2,0 % des Kaufpreises.
- Rücklagen/Instandhaltung: 0,5 bis 1,5 % des Kaufpreises.
- Versicherungen, Hausservice, Grundsteuer: 0,2 bis 0,5 %.
- Leerstandsreserve: 2,0 bis 6,0 % der Jahresmiete je nach Lage.
Konkretes Kalkulationsbeispiel:
- Kaufpreis 300.000 Euro, Jahresmiete 12.000 Euro.
- Verwaltung 1,5 % = 4.500 Euro.
- Rücklage/Instandhaltung 1,0 % = 3.000 Euro.
- Versicherungen/sonst. 0,3 % = 900 Euro.
- Leerstandsreserve 4,0 % der Miete = 480 Euro.
- Summe jährliche Belastungen = 8.880 Euro → entspricht 2,96 % des Kaufpreises.
Risiken, quantifiziert:
- Großreparaturen (Dach, Heizung): Einmalaufwand typischerweise 5 bis 10 % des Kaufpreises.
- Mietausfall: Bei Zahlungsausfall entstehen zusätzliche Kosten für Mahn- und Rechtsverfahren; durchschnittliche Prozesskosten 500 bis 2.000 Euro je Fall.
- Regulatorik: Eingriffe wie Ausweitung der Mietpreisbremse oder neue Zweckentfremdungsverbote können die Bruttomiete kurzfristig um 0,5 bis 1,5 Prozentpunkte senken.
Empfehlung: Rücklagen in Höhe von mindestens 3 bis 5 Prozent des Kaufpreises bilden oder spezielle Versicherungen prüfen. Nettorenditen sind nach Abzug dieser Posten zu berechnen.
Finanzierung: Wirkung von Zinssatz, Tilgung und Laufzeit
Finanzierungsparameter beeinflussen die Liquidität stärker als kleine Mietänderungen. Wesentliche Variablen sind Nominalzins, Tilgungssatz, Laufzeit und Zinsbindung.
Beispielrechnung mit konkreten Parametern:
- Kaufpreis 400.000 Euro, Eigenkapital 20 % = 80.000 Euro, Fremdkapital 320.000 Euro.
- Nominalzins 3.5 %, Tilgung 2,0 % p.a., Zinsbindung 5 Jahre.
- Annuität = Zins + Tilgung = 5.5 % → jährliche Zahlung auf Fremdkapital = 320.000 × 0.055 = 17.600 Euro.
Vergleich zur Miete:
- Jahreskaltmiete 14.000 Euro → Annuität nicht gedeckt → negativer Liquiditätspuffer −3.600 Euro.
Auswirkung auf Rendite:
- Cashflow-Rendite vor Steuern = (Miete − Annuität − laufende Kosten) ÷ Eigenkapital × 100.
- Bei laufenden Kosten 6.000 Euro → Cashflow = 14.000 − 17.600 − 6.000 = −9.600 Euro → Cashflow-Rendite = −12,0 %.
Interpretation: Ein niedrigeres Fremdfinanzierungsvolumen, bessere Zinskonditionen oder längere Zinsbindung sind entscheidend für eine positive Liquidität. Eine Zinsänderung um wenige Prozentpunkte verändert Liquidität und Rendite deutlich.
Praxisrechner: Schritt-für-Schritt-Beispiel für Anleger
Schritt 1: Basisdaten:
- Kaufpreis 350.000 Euro.
- Erwerbsnebenkosten (Bayern): Grunderwerbsteuer 3,5 % = 12.250 Euro; Notar/Makler insgesamt 5,0 % = 17.500 Euro → Gesamtnk = 29.750 Euro.
- Gesamtkapitalbedarf = 379.750 Euro.
Schritt 2: Miete und Brutto:
- Jahreskaltmiete 13.650 Euro → Bruttorendite = 13.650 / 350.000 × 100 = 3,9 %.
Schritt 3: Laufende Kosten:
- Verwaltung 1,5 % Kaufpreis = 5.250 Euro.
- Instandhaltung 1,0 % = 3.500 Euro.
- Versicherungen/sonst. 0,3 % = 1.050 Euro.
- Leerstandsreserve 3,0 % der Miete = 410 Euro.
- Summe laufend = 10.210 Euro.
Schritt 4: Finanzierung:
- Eigenkapital 30 % = 105.000 Euro, Fremdkapital 245.000 Euro.
- Nominalzins 3.5 %, Tilgung 2,0 % → Annuität 5,5 % → Jahresrate = 245.000 × 0.055 = 13.475 Euro.
Schritt 5: Steuerliche Effekte:
- AfA linear 2,0 % auf Anschaffung = 7.000 Euro p.a.
- Werbungskosten (Zinsen) = 8.575 Euro (245.000 × 0.035).
- Steuerlicher Gewinn = 13.650 − 10.210 − 8.575 − 7.000 = −12.135 Euro → steuerlich nutzbarer Verlust nach § 21 EStG und Werbungskosten nach § 9 EStG; AfA nach § 7 EStG.
Schritt 6: Liquidität und Nettorendite:
- Cashflow vor Steuern = 13.650 − 10.210 − 13.475 = −10.035 Euro.
- Cashflow-Rendite auf Eigenkapital = −10.035 / 105.000 × 100 = −9,56 %.
Sensitivitätsanalyse ±3 Prozentpunkte (konkrete Auswirkungen):
- Miete +3 Prozentpunkte → Jahresmiete 14.060 Euro → Cashflow ≈ −6.625 Euro → Rendite ≈ −6,31 %.
- Miete −3 Prozentpunkte → Jahresmiete 13.240 Euro → Cashflow ≈ −11.490 Euro → Rendite ≈ −10,94 %.
- Zinssatz +3 Prozentpunkte (Nominalzins 6,5 %) → Annuität 8,5 % → Jahresrate 20.825 Euro → Cashflow ≈ −17.385 Euro → Rendite ≈ −16,56 %.
Schlussfolgerung: Bruttorenditen zwischen 3 und 5 Prozent können bei ungünstiger Finanzierungsstruktur zu deutlich negativen Cashflows führen. Vor dem Kauf sind verlässliche Sensitivitätsrechnungen, eine Erhöhung des Eigenkapitals, Verhandlungen zum Kaufpreis oder längere Zinsbindungen ratsam.
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