Risiken

Die häufigsten Fehler bei Denkmal-Investments

Die 10 größten Fallen bei Denkmal-Immobilien und wie Sie sie umgehen. Praxisnahe Tipps von erfahrenen Investoren.

Aktualisiert: Januar 2026

Einführung

Die Denkmal-AfA verspricht attraktive Steuervorteile - doch der Weg dorthin ist gespickt mit Fallstricken. In der Beratungspraxis sehen wir immer wieder dieselben Fehler, die Käufer teuer zu stehen kommen. Manche kosten "nur" einen Teil der Steuerersparnis, andere können das gesamte Investment gefährden.

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen die zehn häufigsten Fehler bei Denkmal-Investments - und vor allem, wie Sie sie vermeiden. Denn wer die typischen Fallen kennt, kann sie umgehen.


Fehler 1: Nur auf die Steuerersparnis schauen

Das Problem

"Die Steuerersparnis beträgt 120.000 Euro - das Investment lohnt sich auf jeden Fall!"

Diese Denkweise ist gefährlich. Die Steuerersparnis ist ein Bonus, nicht die Grundlage. Wenn die Immobilie als Investment nicht funktioniert, rettet auch die AfA nichts.

Warum es schiefgeht

  • Steuerersparnis = Minderung der Steuerlast, kein Bargeld
  • Die Immobilie muss Sie 15+ Jahre begleiten
  • Schlechte Lage + gute Steuer = schlechtes Investment
  • Überteuerte Kaufpreise werden nicht durch AfA kompensiert

So machen Sie es richtig

Prüfen Sie zuerst: Würde ich diese Immobilie auch ohne Denkmal-AfA kaufen?

Checkliste "Investment vor Steuer":
  • Ist die Lage nachhaltig attraktiv?
  • Entspricht der Kaufpreis dem Marktwert?
  • Ist die erwartete Miete realistisch?
  • Gibt es eine echte Nachfrage?
  • Würde die Immobilie sich auch ohne AfA tragen?

Fehler 2: Den Bauträger nicht prüfen

Das Problem

Denkmal-Sanierungen sind komplex. Nicht jeder Bauträger hat die Erfahrung und Substanz, solche Projekte erfolgreich umzusetzen.

Warum es schiefgeht

  • Unerfahrene Bauträger unterschätzen die Komplexität
  • Finanzschwache Bauträger können bei Kostenüberläufen insolvent gehen
  • Mangelnde Kommunikation mit der Denkmalbehörde führt zu Auflagen
  • Qualitätsmängel zeigen sich oft erst nach Jahren

So machen Sie es richtig

Prüfungsliste Bauträger:
  • Referenzen: Mindestens 3-5 abgeschlossene Denkmal-Projekte
  • Bonität: Creditreform-Auskunft oder vergleichbar
  • Gewährleistung: Wie wird sie abgesichert (Bürgschaft)?
  • Kommunikation: Reaktionszeiten, Erreichbarkeit, Professionalität
  • Bauqualität: Besichtigung abgeschlossener Projekte
  • Bescheinigung: Erfahrung mit Denkmalbehörden

  • Fehler 3: Die Bescheinigung nach §7i vergessen

    Das Problem

    Die Denkmal-AfA erfordert eine offizielle Bescheinigung der Denkmalbehörde. Ohne diese Bescheinigung keine Steuervorteile - egal wie denkmalwürdig das Gebäude ist.

    Warum es schiefgeht

    • Käufer verlassen sich auf mündliche Zusagen
    • Bauträger verspricht Bescheinigung, liefert nicht
    • Maßnahmen werden ohne Abstimmung durchgeführt
    • Bescheinigung wird abgelehnt oder gekürzt

    So machen Sie es richtig

    Absicherung der Bescheinigung:
  • Vor dem Kauf: Schriftliche Bestätigung des Denkmal-Status einholen
  • Im Kaufvertrag: Bescheinigungsfähigkeit als Zusicherung aufnehmen
  • Vor Baubeginn: Antrag bei Denkmalbehörde prüfen
  • Nach Fertigstellung: Bescheinigung vor letzter Kaufpreisrate
  • Rücktrittsvorbehalt: Falls Bescheinigung nicht wie vereinbart

  • Fehler 4: Den Sanierungskostenanteil nicht verifizieren

    Das Problem

    Die Steuerersparnis hängt direkt vom Sanierungskostenanteil ab. Wenn der Verkäufer 75% verspricht, aber nur 60% bescheinigt werden, fehlen Ihnen 15% der erwarteten AfA.

    Warum es schiefgeht

    • Verkäufer kalkulieren optimistisch
    • Nicht alle Maßnahmen sind bescheinigungsfähig
    • Denkmalbehörde kürzt bestimmte Positionen
    • Grundstücksanteil wird unterschätzt

    So machen Sie es richtig

    Verifizierung des Sanierungsanteils:
  • Detaillierte Aufstellung: Alle Kosten einzeln aufgeschlüsselt
  • Denkmalbehörde: Vorab-Bestätigung der begünstigten Maßnahmen
  • Konservative Kalkulation: Rechnen Sie mit 5-10% weniger als versprochen
  • Vertragliche Absicherung: Mindestbescheinigung als Bedingung

  • Fehler 5: Die Finanzierung unterschätzen

    Das Problem

    Denkmalimmobilien haben besondere Anforderungen an die Finanzierung. Nicht jede Bank versteht die Materie, und nicht jede Finanzierungsstruktur ist optimal.

    Warum es schiefgeht

    • Banken akzeptieren nur Teile des Kaufpreises als Beleihungswert
    • Eigenkapitalquote oft höher erforderlich (25-30%)
    • Zwischenfinanzierung für Bauphase nötig
    • Steuerliche Optimierung der Finanzierung wird vergessen

    So machen Sie es richtig

    Finanzierungs-Checkliste:
  • Spezialisierte Bank: Erfahrung mit Denkmalfinanzierung
  • Beleihungswert: Realistisch kalkulieren (nicht Kaufpreis)
  • Eigenkapital: 25-35% einplanen (inkl. Nebenkosten)
  • Tilgungsstruktur: Anfangs niedrige Tilgung, um AfA zu nutzen
  • Zinsbindung: Mindestens 15 Jahre für Planungssicherheit

  • Fehler 6: Die Mieteinnahmen zu optimistisch schätzen

    Das Problem

    Hochglanzprospekte zeigen oft Wunschmieten, nicht realistische Mieten. Das kann die gesamte Cashflow-Rechnung kippen.

    Warum es schiefgeht

    • Verkäufer arbeiten mit Maximalmieten
    • Mietpreisbremse wird ignoriert
    • Ausstattung entspricht nicht der Mieterwartung
    • Leerstandszeiten werden nicht berücksichtigt

    So machen Sie es richtig

    Realistische Mieteinschätzung:
  • Marktvergleich: Aktuelle Angebote in vergleichbarer Lage
  • Mietspiegel: Offiziellen örtlichen Mietspiegel prüfen
  • Mietpreisbremse: In regulierten Märkten berücksichtigen
  • Abschlag: 10-15% unter Prospektmiete kalkulieren
  • Leerstand: 2-4% jährlichen Leerstand einrechnen

  • Fehler 7: Die Nebenkosten vergessen

    Das Problem

    Zum Kaufpreis kommen erhebliche Nebenkosten hinzu, die den Kapitalbedarf deutlich erhöhen - und die nicht über die Denkmal-AfA absetzbar sind.

    Warum es schiefgeht

    • Fokus liegt auf dem Kaufpreis
    • Nebenkosten werden pauschal geschätzt
    • Bundesländer haben unterschiedliche Grunderwerbsteuer
    • Zusatzkosten (Gutachten, Reservierung) werden übersehen

    So machen Sie es richtig

    Nebenkostenrechnung:
    PositionTypischer Satz
    Grunderwerbsteuer3,5-6,5% (je Bundesland)
    Notar und Grundbuchca. 2%
    Eventuell Makler3-6%
    Finanzierungsnebenkosten0,5-1%
    Gesamt9-15%
    Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro bedeutet das 36.000-60.000 Euro zusätzlichen Kapitalbedarf.

    Fehler 8: Die Haltefrist missachten

    Das Problem

    Wer eine vermietete Immobilie innerhalb von 10 Jahren verkauft, muss den Gewinn versteuern (Spekulationssteuer). Das kann einen erheblichen Teil der Rendite auffressen.

    Warum es schiefgeht

    • Lebensumstände ändern sich (Scheidung, Jobverlust)
    • Liquiditätsbedarf wird unterschätzt
    • Steuerliche Folgen des Verkaufs nicht bedacht

    So machen Sie es richtig

    Langfristige Planung:
  • Mindesthaltedauer: 10 Jahre + 1 Tag einplanen
  • Liquiditätsreserve: Für unerwartete Situationen
  • Exit-Szenarien: Vorher durchdenken
  • Alternative Liquidität: Nicht das gesamte Vermögen in einer Immobilie

  • Fehler 9: Steuerliche Änderungen ignorieren

    Das Problem

    Die Denkmal-AfA läuft über 12 Jahre. In dieser Zeit kann sich die Steuergesetzgebung ändern - und damit Ihre Kalkulation.

    Warum es schiefgeht

    • Einkommen sinkt (weniger Steuerersparnis)
    • Gesetzgeber ändert AfA-Sätze oder Bedingungen
    • Familienstand ändert sich (Steuertarif)
    • Inflation entwertet künftige Steuerersparnisse

    So machen Sie es richtig

    Konservative Steuerplanung:
  • Basis-Szenario: Mit aktuellem Recht kalkulieren
  • Stress-Test: Was passiert bei 30% weniger Einkommen?
  • Abschlag: 10-20% weniger Steuerersparnis annehmen
  • Diversifikation: Nicht alles auf ein Steuermodell setzen

  • Fehler 10: Ohne Steuerberater handeln

    Das Problem

    Die Denkmal-AfA ist steuerlich komplex. Fehler in der Steuererklärung oder eine suboptimale Struktur können tausende Euro kosten.

    Warum es schiefgeht

    • "Das mache ich selbst" - und macht es falsch
    • Steuerberater ohne Denkmal-Erfahrung engagiert
    • Zu späte Einbindung des Steuerberaters
    • Kosten für Beratung werden gescheut

    So machen Sie es richtig

    Professionelle Steuerberatung:
  • Frühe Einbindung: Vor dem Kauf, nicht danach
  • Spezialisierung: Steuerberater mit Denkmal-Erfahrung
  • Gesamtbetrachtung: Ihre komplette Steuersituation
  • Jährliche Begleitung: Für die korrekte AfA-Deklaration
  • Kosten-Nutzen: Beraterhonorare sind Werbungskosten

  • Bonus: Die "roten Flaggen"

    Zusätzlich zu den zehn Hauptfehlern gibt es Warnsignale, bei denen Sie besonders vorsichtig sein sollten:

    Warnsignal 1: Zu gute Versprechen

    "Garantierte Rendite von 8%" oder "Steuerfrei in 5 Jahren" - solche Versprechen sind unrealistisch und deuten auf unseriöse Anbieter hin.

    Warnsignal 2: Zeitdruck beim Kauf

    "Nur noch 2 Einheiten verfügbar" oder "Angebot gilt nur bis Freitag" - seriöse Anbieter setzen Sie nicht unter Druck.

    Warnsignal 3: Intransparente Kostenstruktur

    Wenn Sie keine detaillierte Aufschlüsselung von Sanierungskosten, Grundstücksanteil und Altbausubstanz erhalten, stimmt etwas nicht.

    Warnsignal 4: Keine Referenzen

    Ein Bauträger, der keine abgeschlossenen Projekte vorweisen kann oder keine Kontakte zu früheren Käufern vermittelt, ist riskant.

    Warnsignal 5: Abweichende mündliche und schriftliche Zusagen

    Was im Gespräch zugesagt wird, muss sich im Vertrag wiederfinden. Mündliche Versprechen sind nichts wert.

    Fazit: Sorgfalt zahlt sich aus

    Die Denkmal-AfA ist ein attraktives Instrument zur Steueroptimierung - aber nur, wenn Sie die typischen Fehler vermeiden:

    Die drei wichtigsten Regeln:
  • Investment vor Steuer: Die Immobilie muss als Investment funktionieren
  • Alles schriftlich: Bescheinigungen, Kostenaufstellungen, Zusagen
  • Profis einbinden: Steuerberater und ggf. Rechtsanwalt
  • Wer diese Regeln befolgt und die zehn häufigsten Fehler kennt, kann die Vorteile der Denkmal-AfA voll ausschöpfen - ohne böse Überraschungen.


    Ihre persönliche Checkliste

    Bevor Sie eine Denkmal-Immobilie kaufen, prüfen Sie:

    • Würde ich ohne AfA kaufen?
    • Habe ich den Bauträger geprüft?
    • Ist die Bescheinigung gesichert?
    • Kenne ich den echten Sanierungsanteil?
    • Ist die Finanzierung solide?
    • Sind die Mieterwartungen realistisch?
    • Habe ich alle Nebenkosten berechnet?
    • Kann ich 12+ Jahre halten?
    • Habe ich konservativ kalkuliert?
    • Ist mein Steuerberater eingebunden?

    Stand: Januar 2026 Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Beratung. Konsultieren Sie vor einem Investment Steuerberater und ggf. Rechtsanwalt.